Archive for the ‘Zora Zittier’ Category

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Eine aufregende Zeit

May 25, 2009

Nachdem nun alle Geräte eingetroffen und benötigte Tauchstellen erreichbar sind, geht es rund in den Laboren. Unser zusätzliches Hyas-Projekt haben wir am Samstag den 16. Mai erfolgreich beendet. Die Daten schlummern gerade noch in den Büchern und Dateien, da es fast nahtlos mit unserem Serripes-Projekt weiter ging. Fast, denn der 17. Mai ist der norwegische Nationalfeiertag, der hier gebührend zelebriert wird und das schon ab 7 Uhr morgens!

Weckparade

Weckparade 2Die Weck-Parade on tour. Fotos: Zora Zittier

Damit ihn auch niemand verschläft, gibt es eine Weck-Parade der eigenen Art: ein „Orchester“ zieht durch alle Häuser, allerdings beherrscht kaum ein beteiligter sein Instrument. Vorwiegend geht es darum, dass jeder teilnehmen kann, er braucht nur Töne erzeugen können, so dass das Ganze möglichst laut und chaotisch klingt. Sehr spaßig!

norwegische Flagge

Traditionelle Kleidung

An solch einem bedeutenden Tag wird sich traditionell gekleidet. Fotos: Zora Zittier

Langsam trudeln die Bewohner am „Dorfplatz“ ein, die Flagge wird gehisst und die Nationalhymne gesungen; gar nicht so einfach das Norwegisch. Anschließend wird mit Sekt und Erdbeeren angestoßen. Nach einem ausgiebigen Frühstück folgt Parade Nummer 2, bei der nun alle an die Instrumente gebeten werden.

Der Marsch

 

Die allgemeine Parade mit großer Flagge vorne weg. Foto: Zora Zittier

Eine Rede fehlt natürlich auch nicht an diesem besonderen Tag. Gleich darauf geht es mit lustigen Spielen weiter, bei denen oft nicht der Schnellste oder „Beste“ gewinnt, allerdings wissen die Teams nicht, welche Regel gerade gilt und zum Schluss sind doch irgendwie alle Sieger. Das Programm wurde am Abend mit einem umfangreichen, sehr leckerem (!) Barbecue beendet. Skol!

Montagmorgen ging es straight  mit dem Wissenschafts-Alltag weiter: Muscheln vermessen, wiegen, markieren und in die verschiedenen Inkubationstanks überführen. Seit Dienstag nehmen wir fleißig Hämolymphproben, messen pH, Sauerstoffgehalt und Gesamt-CO2, nehmen jegliche Gewebeproben und verpacken behutsam die Schalen von früh bis spät. Um einmal aus dem Run raus zu kommen, hatten Axinja und ich beschlossen, Steeve beim Fang seiner Geflügelschnecken zu helfen. Das Ganze sollte so aussehen, dass wir für etwa 2 Stunden mit zwei Booten raus auf den Fjord wollten, ein paar mal das Planktonnetz ausbringen und wieder zurück. Sollte!

ÜberlebensanzügeÜberlebensanzüge, nicht gerade kleident, aber nützlich. Foto: Pieter van Rijswijk

Es ging also raus auf den Fjord, weit raus Richtung offenes Meer. Alles lief hervorragend bis vom Begleitboot der Motor nicht mehr wollte, ja. Macht nichts, es gibt einen Zweitmotor, zwar nicht mit annähernd so viel Power, aber dann geht es eben langsam und gemächlich zurück. Von wegen, der wollte auch nicht. Somit musste das kleine Fun Yak das größere Begleitboot den weiten Weg mühselig zurückschleppen. Nach ewig vielen Versuchen, entschloss sich der Motor doch wieder zu arbeiten. Über 5 Stunden später und halb Erfroren sind wir endlich wieder im Hafen eingelaufen. Puh, was ein Tag!

Boot abschleppen

Ein Boot im Schlepptau. Foto: Zora Zittier

And by the way das Thermometer ist mittlerweile wieder auf knackige -8°C gesunken, dazu stürmt und schneit es ordentlich womit wir auf einen Windchill-Faktor von sage und schreibe -26,9°C kommen!

Zora Zittier

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Es geht voran….

May 13, 2009

…mehr Geräte, viele Tiere und weniger Eis bereiten unseren Weg.

Nachdem wir Ende letzte Woche fleißig unsere Kisten ausgepackt hatten und auch die fehlenden Druckminderer für unsere Gasversorgung am Montag angekommen waren, konnten wir die experimentellen Aufbauten endlich vervollständigen. Die Zeit im Marine Lab wird uns nicht lang, es wird überall etwas bewegt, verlegt, kalibriert, gemessen…. bis in die helle Nacht.

Labor

Das Aquarienlabor füllt sich. Foto: Timo Hirse

Am Wochenende sind wir mal aus dem Ort gekommen und haben bei herrlichem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen eine ausgiebige Wanderung zum Kongsfjordneset unternommen. Im Laufe des Nachmittags schlug das Wetter um und wir konnten am eigenen Leibe erleben, welch Bedeutung der Windchill-Faktor hat.

Timo

Zora

Der Windchill-Faktor ist nicht zu verachten. Fotos: Zora Zittier

Nahezu alle EPOCA Teams sind mittlerweile von den Tauchern mit ihrem gewünschten Material beglückt worden und stürzen sich fleißig in die Arbeit. In den Aquarien tummeln sich unzählige Seeigel, Krebse, Muscheln, Schnecken, Seesterne, Algen….

Muscheln und Sterne

Die Langersehnten Serripes und Seesterne. Foto: Zora Zittier

UV Licht

Sophie’s Algenexperiment. Foto: Zora Zittier

Da die Eisschollen trotz Wind aus passender Richtung nicht freiwillig den Hafen verlassen wollen, helfen unsere Taucher kräftig nach und schieben oder ziehen fort.

Eisschollen

WanderscholleSchollen auf Reisen. Fotos: Zora Zittier

Timo Hirse und Zora Zittier

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Ein Schiff legt an

May 7, 2009

Endlich, endlich, endlich ist das Schiff gekommen, hurra, hurra! Hafen Ny Alesund

Hafen von Ny Alesund. Foto: Zora Zittier

Dem Eisbrecher folgend hat es seinen Weg am Dienstag zu uns gefunden und sofort kamen die „Wheel loader“ zum Entladen angerauscht. Aber das Warten nahm damit für uns noch längs kein Ende.

Das Versorgungsschiff

Die Norbjörn in Begleitung des Eisbrechers. Foto: Zora Zittier

Wie sollte es auch anders sein, unser Container war der letzte, der von Bord ging. Und natürlich war ganz Ny Alesund auf den Beinen, denn jeder wartete sehnsüchtig auf seine Fracht und hoffte der Erste zu sein. Welch ein Gewusel in diesem sonst so überschaubaren Ort.
Doch zum Abend wurde es dann wieder ruhiger und alle genossen den herrlichen Ausblick bei traumhaftem Wetter.

Glätscher

Bergkette um Ny AlesundDas Umland Ny Alesunds. Fotos: Zora Zittier

Für die ganzen Strapazen gab es noch eine weitere Belohnung: ein Rentier!

Forscher in der Freizeit

RentierForscher in der Freizeit und das Objekt der Begierde: ein Rentier. Fotos: Zora Zittier

Direkt vor der Messa ähste es gemütlich und ließ sich dann irgendwann in den Schnee fallen, um in aller Ruhe wiederzukäuen. Am nächsten Tag spazierte es sogar mitten durch den Ort und hinterließ überall Fellbüschel, es wird also auch hier langsam Sommer. Das verwandelt die „Strassen“ zu einer Schlitterpartie, denn der am Tage geschmolzene Schnee wird des Nachts zu spiegelglattem Eis.

Zora Zittier und  Timo Hirse

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Das Eis bricht

May 3, 2009

Polarfuchs

Polarfuchs

Polarfüchse. Fotos: Max Schwanitz

Neben den vielen Forschern und den Mitarbeiten der Kings Bay AS leben auch einige Polarfüchse in Ny Alesund. Sobald gegen Abend etwas Ruhe in den Ort einkehrt, trauen sie sich aus ihren Verstecken, die zum Teil unter unbewohnten Häuser liegen. Zur Freude aller Nachtschwärmer präsentieren sie sich auch gerne mal vor dem Fenster der Messa (Kantine).

Eisbrecher

Besuch des Eisbrechers.Foto: Zora Zittier

Erfreulicherweise hat sich das Wetter verschlechtert und ein massiver Ostwind mit waagerechtem Schnee hat innerhalb der letzten zwei Tage das Eis aus dem Fjord vertrieben. Es sind zwar immer noch kleinere Flächen direkt vor dem Hafen mit Eis bedeckt, aber spätestens wenn am Dienstag das Versorgungsschiff  mit Hilfe eines Eisbrechers der Küstenwache  hier ankommt, wird davon hoffentlich nichts mehr übrig sein.

der Fjord öffnet sich

Fjord

Der Kongsfjord beginnt sich zu öffnen. Fotos: Zora Zittier

Da die Taucher das Gebiet für die Grönlandmuscheln (Serripes groenlandicus) bisher nicht erreichen konnten und somit die Muschel-Experimente verschieben, haben wir uns dazu entschlossen, eine zusätzliche Arbeit mit Krebsen durchzuführen. Die kleinen Seespinnen (Hyas araneus) standen uns direkt vor der Haustür in ausreichender Zahl zur Verfügung.Und nachdem wir von Dienstag bis Donnerstag ausreichend viele Tiere von den Tauchern bekommen haben, wurden gestern die ersten Tiere in die Versuchsaquarien eingesetzt.

Hyas

Eine farbenprächtige Seespinne. Foto: Zora Zittier

Timo Hirse und Zora Zittier

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Aller Anfang ist schwer

April 30, 2009

vereister Fjord

Blick auf den Hafen Ny Alesund und den vereisten Fjord. Foto: Zora Zittier

Eigentlich ist zu dieser Jahreszeit der Fjord offen und selbst die Wege im Ort nicht mehr von Eis und Schnee bedeckt, was uns einige Probleme bereitet. Im Moment ist vom Boden nichts zu sehen, im Gegenteil, hier türmen sich riesige Schneemassen auf. Teilweise sind die Häuser halb im Schnee versunken. Der vereiste Fjord ist zwar wunderschön anzusehen, im Großen und Ganzen aber alles andere als wünschenswert, da die Station hier vorwiegend per Schiff versorgt wird und das kommt derzeit nicht durch das Eis. Die letzte Versorgung war im Dezember!

Taucher am Eisloch (Foto: Max Schwanitz)

Taucher am Eisloch. Foto: Max Schwanitz

Langsam wird das Essen knapp und einige Reparaturmaßnahmen können ebenfalls nicht durchgeführt werden, da die entsprechenden Materialien fehlen. Tja, und natürlich ist ein Großteil unserer Ausrüstung an Bord! Zum Glück hatten wir im Dezember schon einige Kisten geschickt, aber viele wichtige Labormaterialien fehlen uns, um endlich anfangen zu können. Zu guter Letzt ist der zugefrorene Fjord auch ein Problem für unsere Taucher. Sie wurden extra eine Woche früher

Seeigel im Kongs Fjord (Foto: Max Schwanitz)

losgeschickt, damit vor unserer Ankunft schon fleißig Meeresorganismen und Sedimentproben gesammelt werden können. Unter den derzeitigen Bedingungen ist dies allerdings nur eingeschränkt möglich. Zwar haben sie mittlerweile ein paar Eislöcher gesägt, aber das ist natürlich sehr aufwendig und die Löcher frieren schnell wieder zu. Da die relevanten Beprobungsgebiete zur Zeit nicht erreichbar sind, müssen wir unser geplantes Arbeitsprogramm anpassen. Aber als Wissenschaftler sind wir erfindungsreich und versuchen aus den Gegebenheiten das Beste zu machen. Wie auf den Bildern des Blogs zu sehen, konnten wir trotz allem schon einiges aufbauen, um möglichst bald mit den ersten Experimenten anzufangen.

Timo Hirse und Zora Zittier

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Abflug in die Arktis

April 29, 2009

Spitzbergen aus der LuftWillkommen auf der EPOCA Arctic Seite. EPOCA ist ein europäisches Forschungsprojekt zur Ozeanversauerung, in dessen Rahmen ein umfangreiches Experiment auf Spitzbergen stattfindet. Hier auf der Seite könnt ihr einiges über den wissenschaftlichen Hintergrund des arktischen Projekts erfahren, der nicht nur die Biologie, sondern auch Chemie umfasst. Alle Teilnehmer haben einige Informationen über sich und ihre Experimente auf dem Blog eingefügt. Viel Spaß beim Erforschen der Seite!

Abflug in die Arktis

Am Montagmorgen sind wir in aller Frühe um 6:50 Uhr vom Hamburger Flughafen aus Richtung Oslo (Norwegen) gestartet. Dort sind wir das erste Mal auf die anderen Teams des EPOCA Arctic Projekts gestoßen und dann gemeinsam weiter gen hohen Norden gereist. Mit einer kurzen Zwischenlandung in Tromsø sind wir 4 Stunden später endlich in Longyearbyen (Spitzbergen) angekommen. Wir waren schon informiert, dass uns dort eine arktische Kälte von -16°C erwarten würde, allerdings übertraf der Temperatursprung von etwa 40°C zwischen Hamburg und hier alle unsere Erwartungen!

EPOCA Team

Die letzte Etappe auf dieser Reise haben wir mit einer vierzehnsitzigen Dornier zurückgelegt. Das war laut und aufregend und außerdem hatte jeder einen Fensterplatz und konnte die wunderbare Landschaft genießen. Plötzlich tauchte zwischen den schneebedeckten Bergen und Gletschern ein kleiner Ort auf: Ny Ålesund. Hier leben im Winter nur rund 30 Personen und bis zu 180 Personen im Sommer. Zuerst wurden wir alle in der großen Messa (Kantine) verköstigt, anschließend ging es auf die ersten Erkundungstouren. Wir waren überrascht, was der Ort doch alles zu bieten hat und welch spannende Geschichte er in sich birgt. Ny Ålesund ist eine der nördlichsten Siedlungen der Welt (79° N), dessen erste Gebäude aus dem Jahr 1901 stammen. Der legendäre Polarforscher Roal Amundsen startete von hier aus am 11. Mai 1926 mit seinem Luftschiff „Norge“ und überflog den Nordpol. Früher wurde hier Kohle gefördert, heute dient der Ort ausschließlich der Polarforschung vieler Nationen.

Ny Alesund um Mitternacht

Ny Alesund um Mitternacht. Foto: Zora Zittier

Nach all den vielen Eindrücken sind wir nachts bei hellem Sonnenschein zu Bett gegangen, denn zu dieser Jahreszeit wird es hier nicht mehr dunkel.

Timo Hirse und Zora Zittier