Nachdem nun alle Geräte eingetroffen und benötigte Tauchstellen erreichbar sind, geht es rund in den Laboren. Unser zusätzliches Hyas-Projekt haben wir am Samstag den 16. Mai erfolgreich beendet. Die Daten schlummern gerade noch in den Büchern und Dateien, da es fast nahtlos mit unserem Serripes-Projekt weiter ging. Fast, denn der 17. Mai ist der norwegische Nationalfeiertag, der hier gebührend zelebriert wird und das schon ab 7 Uhr morgens!

Die Weck-Parade on tour. Fotos: Zora Zittier
Damit ihn auch niemand verschläft, gibt es eine Weck-Parade der eigenen Art: ein „Orchester“ zieht durch alle Häuser, allerdings beherrscht kaum ein beteiligter sein Instrument. Vorwiegend geht es darum, dass jeder teilnehmen kann, er braucht nur Töne erzeugen können, so dass das Ganze möglichst laut und chaotisch klingt. Sehr spaßig!


An solch einem bedeutenden Tag wird sich traditionell gekleidet. Fotos: Zora Zittier
Langsam trudeln die Bewohner am „Dorfplatz“ ein, die Flagge wird gehisst und die Nationalhymne gesungen; gar nicht so einfach das Norwegisch. Anschließend wird mit Sekt und Erdbeeren angestoßen. Nach einem ausgiebigen Frühstück folgt Parade Nummer 2, bei der nun alle an die Instrumente gebeten werden.

Die allgemeine Parade mit großer Flagge vorne weg. Foto: Zora Zittier
Eine Rede fehlt natürlich auch nicht an diesem besonderen Tag. Gleich darauf geht es mit lustigen Spielen weiter, bei denen oft nicht der Schnellste oder „Beste“ gewinnt, allerdings wissen die Teams nicht, welche Regel gerade gilt und zum Schluss sind doch irgendwie alle Sieger. Das Programm wurde am Abend mit einem umfangreichen, sehr leckerem (!) Barbecue beendet. Skol!
Montagmorgen ging es straight mit dem Wissenschafts-Alltag weiter: Muscheln vermessen, wiegen, markieren und in die verschiedenen Inkubationstanks überführen. Seit Dienstag nehmen wir fleißig Hämolymphproben, messen pH, Sauerstoffgehalt und Gesamt-CO2, nehmen jegliche Gewebeproben und verpacken behutsam die Schalen von früh bis spät. Um einmal aus dem Run raus zu kommen, hatten Axinja und ich beschlossen, Steeve beim Fang seiner Geflügelschnecken zu helfen. Das Ganze sollte so aussehen, dass wir für etwa 2 Stunden mit zwei Booten raus auf den Fjord wollten, ein paar mal das Planktonnetz ausbringen und wieder zurück. Sollte!
Überlebensanzüge, nicht gerade kleident, aber nützlich. Foto: Pieter van Rijswijk
Es ging also raus auf den Fjord, weit raus Richtung offenes Meer. Alles lief hervorragend bis vom Begleitboot der Motor nicht mehr wollte, ja. Macht nichts, es gibt einen Zweitmotor, zwar nicht mit annähernd so viel Power, aber dann geht es eben langsam und gemächlich zurück. Von wegen, der wollte auch nicht. Somit musste das kleine Fun Yak das größere Begleitboot den weiten Weg mühselig zurückschleppen. Nach ewig vielen Versuchen, entschloss sich der Motor doch wieder zu arbeiten. Über 5 Stunden später und halb Erfroren sind wir endlich wieder im Hafen eingelaufen. Puh, was ein Tag!

Ein Boot im Schlepptau. Foto: Zora Zittier
And by the way das Thermometer ist mittlerweile wieder auf knackige -8°C gesunken, dazu stürmt und schneit es ordentlich womit wir auf einen Windchill-Faktor von sage und schreibe -26,9°C kommen!
Zora Zittier







Schollen auf Reisen. Fotos: Zora Zittier


Das Umland Ny Alesunds. Fotos: Zora Zittier
Forscher in der Freizeit und das Objekt der Begierde: ein Rentier. Fotos: Zora Zittier








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